Roboter schreibt wie mit Menschenhand
Geschickte Roboter haben Forscher der Universität Göttingen entwickelt. Die Roboter können sich jetzt fließende Bewegungsabläufe wie beispielsweise Schreiben oder Greifen nach Gegenständen aneignen. Damit können die Maschinen künftig Handschriften imitieren, ein Glas einschenken oder auch Spülmaschinen einräumen.
IT ahmt dynamische Bewegungen nach
Die meisten menschlichen Bewegungen bestehen aus einer Vielzahl von Einzelhandlungen, die automatisch miteinander verbunden werden. Lernt ein Kind schreiben, führt es den Stift anfangs sehr stockend. Im Laufe der Zeit verbindet es die einzelnen Buchstaben dann immer besser miteinander. Maschinen hingegen arbeiten bislang lediglich eine Kette von Bewegungselementen nacheinander ab. Wissenschaftler um Florentin Wörgötter, Koordinator des Bernstein Fokus Neurotechnologie an der Universität Göttingen, veränderten nun die mathematischen Grundlagen der Steuerungsbefehle in wenigen, aber entscheidenden Details. Dadurch können die Roboter Handlungen wie etwa das Schreiben mehrerer Buchstaben dynamisch miteinander verbinden. So kommen die Bewegungsabläufe des Roboters dem biologischen Vorbild wesentlich näher als zuvor.
„In zehn bis 15 Jahren werden Service-Roboter eine große Rolle spielen. Da ist es wichtig, dass die Bewegungen der Maschinen immer menschenähnlicher und damit berechenbarer für uns werden, damit wir ohne Unfälle zusammenarbeiten können“, erläutert Wörgötter.
Roboter fälscht Unterschrift
Auch die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Prof. Dr. Johanna Wanka, war bei einem Besuch des Bernstein Fokus Neurotechnologie und des Bernstein Zentrums für Computational Neuroscience in Göttingen von den Fähigkeiten des Roboters begeistert. Nachdem sie eine handschriftliche Probe zur Verfügung gestellt hatte, ahmte der Roboter diese perfekt nach. „Damit ist unser Roboter der erste, der ganz offiziell eine ministerielle Handschrift beherrscht“, so Prof. Wörgötter schmunzelnd.
Die von den Göttinger Wissenschaftlern weiterentwickelte mathematische Methode zeichnet sich besonders dadurch aus, dass sie sich einfach auf unterschiedlichste Handlungsabläufe übertragen lässt und besonders weiche Bewegungen erzeugt. Damit könnte sie einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung von Robotern leisten, die Menschen zukünftig im Alltag unterstützen.


