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Die größten Windkraftanlagen drehen sich auf hoher See. Mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 300 Stundenkilometern peitschen Wind, Salzwasser und Regen auf die Rotorblätter ein. Damit die Anlagen in der rauen See möglichst lange stand halten, hat die Oldenburger BASF-Tochter Relius spezielle Beschichtungen für Rotorblätter entwickelt. Je besser der schützende Mantel ist, desto länger stehen die Anlagen wartungsfrei im Meer und sind dadurch wirtschaftlich.
Schutzschicht für Bard Offshore 1
Mit den Produkten aus Niedersachsen wurden bereits Rotorblätter auf der ganzen Welt beschichtet, Zehntausende drehen sich im Wind – die meisten stehen an Land. Die Anforderungen der Offshore-Windkraftbranche allerdings verlangen neue Ansätze. In Oldenburg wurden beispielsweise der schützende Mantel für den niedersächsischen Offshore-Windpark Bard 1 entwickelt. „Jeder Hersteller von Rotorblättern hat ein anderes Verfahren. Deshalb ist jede Beschichtung eine individuelle Lösung“, erklärt Markus Stieglbauer, der bei Relius für den Vertrieb bei der Windenergie verantwortlich ist. „Bei Bard ist die funktionelle Schutzschicht 1.000 Mikrometer stark. Damit ist sie dreimal stärker als herkömmliche Schutzschichten“, so Stieglbauer. Außerdem sei die Schutzschicht einlagig, zusätzlicher Decklack sei nicht nötig. „Die Beschichtung basiert auf lösungsmittelfreiem Polyurethan. Es ist besonders wetterfest und robust. Auch UV-Strahlung kann ihm wenig anhaben“, erklärt der Experte.
Langlebigkeit als Priorität
Bei Bard arbeitet man im sogenannten Inmoldverfahren. Die Beschichtung wird hierbei in die Negativlaminierform eingebracht. Die produzierten Flügelteile werden dann anschließend zusammengefügt und zu einem Rotorblatt verklebt. „Dabei ist die Beschichtung nicht überall auf dem Rotorblatt gleich. An den Vorderkanten beispielsweise sind die Belastungen am größten, die Beschichtung ist angepasst“, verdeutlicht Stieglbauer. Damit sollen die riesigen Anlagen im Meer möglichst lange ohne Wartung auskommen. Schließlich sind die Windkraftanlagen kilometerweit vor den Küsten schwer zu erreichen.
Schon seit den 90er Jahren entwickeln die Labore bei Relius Schutzbeschichtungen für die Windkraftbranche. Weltweit ist die Oldenburger Firma ein bedeutender Hersteller im Bereich der Rotorblattbeschichtungen, die Windräder mit niedersächsischen Beschichtungen drehen sich heute an der Nordseeküste ebenso wie in Indien, Brasilien und Japan.
Niedersachsen, Innovation, Offshore-Windkraft, Erneuerbare Energie