Frisch zur CeBIT: Das Magazin Nr. 6
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Das technische Versuchskaninchen kommt aus Braunschweig: Die Firma R. Pape hat eine Box entwickelt, an der Ärzte und Assistenten Operationstechniken trainieren können. Die innovative OP-Box vermeidet aufwendige und teure Trainingsoperationen an narkotisierten Tieren.
Training ohne Tierversuche
„Mit der OP-Trainingsbox lernen angehende Ärzte realitätsnah die Chirurgie kennen und üben alle möglichen Eingriffe“, erklärt Detlef Wolff, Geschäftsführer der R. Pape Elektro- und Fernmeldetechnik. Dazu werden tierische Organe aus Schlachtabfällen konserviert und anschließend in der Box unters Messer gelegt. „Rotes Wasser sorgt dafür, dass die Präparate auch verletzt werden können“, so der Geschäftsführer.
Chirurgische Alleskönner
Besonders neue Operationstechniken wie die Schlüsselloch-Chirurgie können mit der Box trainiert werden. Diese minimal-invasive Operationstechnik vermeidet große Schnitte und kommt mit nur einem kleinen Loch aus. „Die Ärzte operieren dazu unter einer durchsichtigen Scheibe. Dabei können sie jede kleinste Bewegung genau verfolgen und verbessern. Später können sie wie in der tatsächlichen Operation auch - unter einer blickdichten Scheibe nur mit einer Kamera trainieren“, gibt Wolff ein Beispiel für die Übungsstunden an der Box. Auch Kompliziertes wie Herzoperationen, gynäkologische oder urologische Eingriffen können Ärzte an dem Trainer üben. „Damit sind wir einzigartig“, freut sich der Geschäftsführer.
Die Chirurgie-Box kann auf kleinstem Raum eingesetzt werden, ohne dass wie bisher ein Operationssaal beleget werden muss. Erste Geräte sind bereits an der Universitätsmedizin Göttingen und der Medizinischen Hochschule Hannover im Einsatz.
Niedersachsen, Innovation, Gesundheit, Medizin, Technologie