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Katlenburg-Lindau, 8.02.2010

Sonde überwacht Wetter im Weltraum: Niedersächsische Forscher beteiligen sich an Projekt der NASA


Die Sonne im Blick: Aus 36.000 Kilometern Höhe sendet SDO die Messergebnisse zur Erde. Grafik: NASA

Wissenschaftler aus Südniedersachsen erkunden bei einer neuen Mission ins All das Weltraumwetter. Die Forscher des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) sind mit von der Partie, wenn die amerikanische Weltraumbehörde NASA am Dienstag (9.2.) ihre Sonde SDO startet. Sie liefert präzise Aufnahmen der Sonne, die auch in Katlenburg-Lindau ausgewertet werden. Ziel ist, das von Sonneneruptionen bestimmte Weltraumwetter besser vorherzusagen und Satelliten sowie Astronauten besser vor schädlicher Strahlung und Teilchenregen zu schützen.

240 Spielfilme täglich

Alle zehn Sekunden schickt die Sonde riesige Datenmengen von täglich 1,5 Terabyte zur Erde, das entspricht ungefähr 240 Spielfilmen. Mehrere Zentren weltweit verarbeiten und archivieren die Aufnahmen der Sonne. Das einzige deutsche Datenzentrum befindet sich am MPS - das damit zum elektronischen Gedächtnis der Mission wird. Als Kooperationspartner der NASA werden Wissenschaftler in Niedersachsen hoch aufgelöste Karten der Strömungen im Sonneninnern, dreidimensionale Karten des Magnetfelds der Sonnenatmosphäre sowie aktuelle Tabellen der solaren Gesamthelligkeit erstellen.

Interstellare Wettervorhersage

Denn: Die Sonne verändert sich ständig. Strömungen im heißen Kern sorgen dafür, dass auch das Magnetfeld in den äußeren Schichten ununterbrochen in Bewegung ist. Dieses komplizierte Wechselspiel liefert den Schlüssel zum Verständnis vieler Phänomene, die unser Zentralgestirn ausmachen – wie etwa der dunkel erscheinenden Sonnenflecken. Und auch die teilweise heftigen Eruptionen, die Strahlung und geladene Teilchen ins All schleudern, hängen eng mit dem Magnetfeld zusammen.

Dieses Weltraumwetter vorherzusagen, ist das Ziel vieler Wissenschaftler. Denn nur so können die Betreiber von Navigations- und Kommunikationssatelliten ihre Geräte rechtzeitig in einen sicheren Modus schalten oder Astronauten einen Schutzraum aufsuchen. Bisher fehlte eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine solche solare Wettervorhersage: ein gleichmäßiger und kräftiger Datenstrom von der Sonne. Mit SDO wird das nun anders.

Niedersachsen, Innovation, Kommunikation, Technologie

Eingestellt durch:

Redaktion Innovatives Niedersachsen

Autorin/Autor:

Annika Kielmann

Kontakt:

Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung Dr. Birgit Krummheuer, Pressesprecherin Katlenburg-Lindau Tel.: 05556 979-462/ 0551 5176-668 E-Mail: Krummheuer@mps.mpg.de
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