Frisch zur CeBIT: Das Magazin Nr. 6
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Bratwurst, Wiener, Aufschnitt und Frikadellen – Köstlichkeiten nehmen bei Remi Böttcher kaum ein Ende. Fleisch kommt bei dem Genießer aus Munster in der Lüneburger Heide allerdings nicht in die Wurst, sondern ein Ersatz aus Vollkorn und jeder Menge Braunalgen. Die pflanzlichen Grillstücke stecken voller Vitamine, Eiweiß und Mineralien sowie Jod, an dem es vielen Vegetariern mangelt.
Algenernte auf Sylt
Das Meeresgemüse wächst auf der Sylter Algenfarm, dreimal im Jahr ist Erntezeit. Die Braunalgen sprießen in Kästen im Meer, das Wasser wird zuvor von Austern gefiltert. Frisch geerntet landen sie bei einem Fleischer in der Lüneburger Heide, mit dem Böttcher zusammen arbeitet, und werden kurz gebrüht. Dadurch sterben Keime und Bakterien ab. Anschließend landen die Algen in der vegetarischen Vollkornmasse und werden zur Wurst weiter verarbeitet. Bevor es in den Handel geht, werden die Würste noch über Buchenholz geräuchert, um den Geschmack und die Haltbarkeit zu verbessern.
Im asiatischen Raum kommt die Alge schon seit Jahrhunderten zwischen den Essstäbchen, beispielsweise beim Sushi. Bei uns ist sie allerdings noch kein fester Bestandteil der Speisekarten. Remi Böttcher hat immer an die kulinarische Karriere seiner Algen geglaubt und inzwischen eine ansehnliche Produktpalette zusammengestellt. Neben den Würsten gibt es auch niedersächsische Algenkekse und Brot.
Bissfestes Patent
Fast 10 Jahre hat der Niedersachse getüftelt, bis er das ideale, völlig fleischfreie Algenwürstchen entwickelt hatte. Besonders die Bissfestigkeit hat ihn Nerven gekostet, heute ist die vegetarische Wurst genauso knackig wie die fleischige Variante. Auch die Genehmigung durch die Behörden dauerte. Inzwischen hält Böttcher sogar ein Patent auf seine Meeres-Köstlichkeiten. Erste Fleischer und Feinkostläden legen die Algenprodukte mittlerweile in ihrer Theke aus, besonders bei Frauen kommen sie gut an.
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